Unterwegs auf der SightCity 2026 – was Besucherinnen und Besucher bewegte

Der Messestand vom dzb lesen war auch in diesem Jahr wieder ein gut frequentierter Anlaufpunkt für viele Interessenten. In den Gesprächen beantwortete das Messeteam zahlreiche Fragen zum Angebot und erhielt zugleich wertvolle Rückmeldungen von den Besucherinnen und Besuchern.

Viele Fragen zur Hörbuchbibliothek

„Wie funktioniert eigentlich die Ausleihe von Hörbüchern?“ Diese Frage wurde dem Beratungsteam besonders häufig gestellt.
Die Kolleginnen und Kollegen am Stand erklärten den Gästen, dass der Zugang zur Hörbücherei über eine Registrierung sowie den Nachweis einer Lesebehinderung erfolgt. Dazu zählen nicht nur Blindheit und Sehbehinderung, sondern auch andere Einschränkungen, die das Lesen gedruckter Texte erschweren oder unmöglich machen, beispielsweise Legasthenie, Parkinson oder andere körperliche Beeinträchtigungen. Danach stehen die Hörbücher entweder als CD per Post oder über die dzb lesen App auf dem Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Viele Besucherinnen und Besucher überraschte dabei, dass man die Bibliothek kostenfrei nutzen kann.

Immer wieder ging es um die Frage, welche Titel verfügbar sind und wie umfangreich die Hörbuchbibliothek ist. Die Gäste am Stand erfuhren, dass es im dzb lesen mehr als 71000 Titel gibt und das das Sortiment kontinuierlich erweitert wird.

Besonders positiv wurde aufgenommen, dass Interessierte die App direkt am Stand ausprobieren konnten. So ließ sich der Einstieg erleichtern, etwa bei der Katalogsuche oder beim Herunterladen von Hörbüchern auf das eigene Gerät. Eine Besucherin überraschte das Team mit einem persönlichen Tipp zur Hörbuchnutzung: „Ich nutze die Hörbücher als Einschlafhilfe.“ Die App bietet dafür übrigens eine Einschlaffunktion, mit der sich das Abspielen nach einer individuell festgelegten Zeit automatisch beendet.

Eine Mitarbeiterin vom dzb lesen und eine Besucherin unterhalten sich. Auf dem Tisch zwischen ihnen liegen Bücher in Brailleschrift und ein Tablet.
Beratungsgespräch am Messestand

Ein langjähriger Nutzer der Hörbücherei fragte besorgt, ob die Ausleihe auf CD weiterhin möglich ist. Dazu erklärte Maria Exner, Mitarbeiterin in der Hörbuchbibliothek: „Die Ausleihe von Hörbüchern auf CD wird vorerst nicht eingestellt. Auch in den kommenden Jahren möchten wir dieses Angebot aufrechterhalten und CDs so lange bereitstellen, wie es uns möglich ist. Perspektivisch rechnen wir jedoch damit, dass die Ausleihe auf CD innerhalb der nächsten fünf Jahre auslaufen wird. Bis dahin können DAISY-Abspielgeräte weiterhin genutzt werden.“

Ein besonderer Anziehungspunkt: inklusive Kinderbücher

Große Aufmerksamkeit erhielten die inklusiven Kinderbücher. Immer wieder blieben Besucherinnen und Besucher am Stand stehen, blätterten durch die liebevoll gestalteten Bücher und kamen dabei mit dem Messeteam ins Gespräch.
Gefragt waren die Bücher vor allem, weil sie das gemeinsame Lesen von sehenden, sehbehinderten und blinden Kindern sowie Erwachsenen ermöglichen. Der Text ist in vielen Kinderbüchern in Großdruck und Braille gedruckt – zusätzlich fördern taktile Elemente den Tastsinn und sorgen für mehr Lesespaß.

Eine Messebesucherin steht vor einem Tisch, auf dem mehrere taktile Kinderbücher liegen. Sie liest in einer Broschüre, die sie in den Händen hält.
Eine Besucherin beim Stöbern am Messestand

Eltern und Lehrkräfte interessierten sich vor allem für Kinder- und Jugendbücher. Im Mittelpunkt standen dabei praktische Fragen:

    • Für welches Alter eignen sich die Bücher?
    • Worin unterscheiden sich die einzelnen Ausgaben in ihrer Gestaltung?
    • Wie entstehen die tastbaren Elemente und Punkte im Buch?

Auch die Finanzierung der Bücher war Thema. Einige Besucherinnen und Besucher wollten wissen, wie die Bücher zu vergleichsweise niedrigen Preisen angeboten werden können. Dazu erläuterte Anja Kästner, Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit: „Einige Buchprojekte werden durch Spenden des Fördervereins ‚Freunde des barrierefreien Lesens e.V.‘ unterstützt. Ein Teil der Herstellungskosten wird vom Förderverein übernommen und die Bücher werden dadurch für viele Familien erschwinglicher.“

Standbesucher lesen mit den Händen in einem Buch.
Das Backbuch „Einfach backen“ war sehr beliebt am Stand

Angebote für Braille-Lernende

Neueinsteiger in die Brailleschrift waren vor allem an Brailleschrift-Kursen und Lernmaterialien interessiert. Hier konnte das dzb lesen mit den Kursen vom Förderverein, Lehrbüchern und unterhaltsamer Einsteigerlektüre weiterhelfen.
Die Zeitschrift „Vollzeichen“ und die neue Einsteiger-Reihe „Kurz und gut“ kamen bei Braillelehrerinnen und Braillelehrer besonders gut an, denn sie lassen sich prima als Ergänzung im Unterricht nutzen. Auch das einsteigerfreundliche Backbuch „Einfach backen“ wurde gern in die Hand genommen und ausgiebig getestet.

Der direkte Austausch auf der Messe bewies einmal mehr, wie wichtig persönliche Gespräche sind. Sie zeigen, welche Fragen im Alltag der Nutzerinnen und Nutzer eine Rolle spielen und wo noch Erklärungsbedarf besteht. Solche Begegnungen fließen direkt in die Arbeit des dzb lesen ein, um die Angebote des Hauses zu verbessern. Wir freuen uns auf den Besuch der SightCity im kommenden Jahr!

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