Was auf die Ohren – Die richtigen Lautsprecher für den Computer finden

Ein Beitrag von Katja Löffler (Stiftung Centralbibliothek für Blinde, Hamburg)

Für mich als blinde Nutzerin sind die Lautsprecher eine extrem wichtige Komponente an meinem PC – vor allem wegen der Sprachausgabe, die für die Arbeit am Rechner unverzichtbar ist. Als Musikliebhaberin höre ich aber auch gerne mal Musik per Internetradio, Spotify oder andere Musikquellen. Ob privates Hörspielhören oder effektives Arbeiten im Homeoffice: Für beides nutze ich momentan regelmäßig meinen privaten Computer. Ein guter Zeitpunkt, um mal zu schauen, welche Lautsprecher sich für meine Bedürfnisse am besten eignen. Kein ganz einfaches Unterfangen, wie sich schnell zeigen sollte.

Klarheit schaffen

Um mir klar zu werden, wonach genau ich suchte, stellte ich mir folgende Fragen:

  • Wieviel Stellplatz für Lautsprecher habe ich?
  • Wieviel Geld möchte ich ausgeben?
  • Welche Lautsprechersysteme gibt es?
  • Für welchen Einsatzzweck sollen sie geeignet sein?
  • Was genau sollen sie abspielen?
  • Brauche ich Zusatzfeatures an den Lautsprechern, wie Lautstärkeregler, Kopfhöreranschluss, Klangregelung, weitere zusätzliche Anschlüsse etc.?

Mir war wichtig, dass sie sich vor allem gut für die Wiedergabe von Sprache eignen. Wenn man konzentriert und stressfrei mit einem Screenreader arbeiten will, darf die Sprachausgabe nicht dröhnen. Außerdem sollten auch Hörbücher und Hörspiele, Musik sowie hin und wieder ein Fernseh-Stream gut damit klingen.
Nun habe ich lediglich Platz für ein kleineres 2.0-System auf dem Schreibtisch, also zwei einfache Lautsprecher. Auch eine kleinere Soundbar wäre noch denkbar. Ein 2.1-System mit einem zusätzlichen Subwoofer für eine Extraportion Bass passt bei mir nirgends hin.

Die Suche

Die Auswahl an Lautsprechersystemen speziell für den Computer ist groß und unüberschaubar. Das Angebot erweitert sich noch, wenn man sich zusätzlich im Bereich der Studiomonitore umsieht – nicht verwirren lassen, auch das sind Lautsprecher und keine Bildschirme. Studiomonitore kommen ebenfalls in Betracht, weil sie gerade im Audiobereich sehr präzise arbeiten.
Meist sind das sogenannte Nahfeldmonitore, deren Klang darauf ausgelegt ist, nah davor zu sitzen, was sich generell gut zum Arbeiten eignet.
Normale PC-Lautsprecher hatte ich schon einige und da ich auf guten Klang sehr viel Wert lege, sah ich mich bei den Studiomonitoren einmal genauer um.

Die Auswahl bleibt groß

Hier muss man wissen, dass Studiomonitorboxen häufig einzeln verkauft werden, auch, wenn man zwei davon benutzen möchte. Sie besitzen jeweils eine eigene Steuereinheit, über die man das genaue Finetuning für die entsprechende Arbeit vornehmen kann.
Wenn man es so präzise nicht braucht, gibt es aber auch in diesem Bereich aktive Desktopmonitore, die als Paar erhältlich sind und aus einer aktiven Master-Box und einer passiven Slave-Box bestehen. Das heißt, die aktive Master-Box steuert auch die passive Slave-Box, die mit ihr per Kabel verbunden ist, so, wie man das von üblichen PC-Lautsprechern kennt.

Meine Wahl

Fündig wurde ich schließlich mit den Eris E3.5 BT Studiomonitoren der amerikanischen Firma Presonus, die sich bereits einen Namen im Bereich Studiotechnik gemacht haben.
Zu dieser Entscheidung verhalfen mir die vielen tollen Features der Lautsprecher. Die Masterbox hat an der Front einen Kippschalter zum Ein- und Ausschalten, einen Lautstärkeregler, sowie jeweils einen Miniklinke-Kopfhörerausgang und einen Aux-In-Anschluss. An der Rückseite finden sich neben weiteren zusätzlichen Anschlüssen zwei Regler zur Klangregelung für Bässe und Höhen, sowie ein kleiner Pair-Button zum Verbinden von Bluetooth fähigen Geräten. Die Anschlussmöglichkeiten sind also äußerst vielfältig.
Nicht zuletzt überzeugte und begeisterte mich vor allem aber der hervorragende und präzise Klang. Die kleinen Maße von nur 162 x 141 x 210 mm (T x B x H), hört man ihnen nicht an, sie klingen größer als sie sind.

Fazit

Wer nicht so viel Platz auf seinem Schreibtisch hat, trotzdem aber Wert auf guten und präzisen Sound für ein kleines Budget legt, für den sind die Presonus Eris E3.5 BT ein echter Geheimtipp. Wer auf Bluetooth-Unterstützung verzichten kann, für den gibt es die Lautsprecher auch ohne dieses Feature. Die Eris-Reihe von Presonus umfasst zudem noch weitere größere Brüder der kleinen E3.5.
Die etwas größere Eris E4.5 BT habe ich ebenfalls getestet, mich aber letztlich für die kleinere Box entschieden, weil diese meinen Ansprüchen vollkommen genügte.
Die Ausstattung der beiden ist identisch. Das Klangbild der größeren Lautsprecher ist durch den größeren Tieftöner natürlich etwas wuchtiger und großflächiger, während die kleinen leicht kompakter klingen.

Detaillierte Informationen und Daten über die Eris E3.5 finden sich auf den Internetseiten des Herstellers (www.presonus.com/produkte/de/Eris-E35-BT), ebenso über die Eris E4.5 und dessen weitere Produkte.

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