
Vor kurzem im dzb lesen als Hörbuch von Günter Schoßböck eingelesen: „Allmen und die Erotik“ von Martin Suter. Über den amüsanten Krimi, welche Bilder der Sprecher beim Lesen des Buches im Kopf hat und wie er diese mithilfe seiner Stimme wiedergibt.
Einblicke, Aspekte, Potenziale, Projekte – ein Blog rund um Medien für blinde, seh- und lesebehinderte Menschen
Vor kurzem im dzb lesen als Hörbuch von Günter Schoßböck eingelesen: „Allmen und die Erotik“ von Martin Suter. Über den amüsanten Krimi, welche Bilder der Sprecher beim Lesen des Buches im Kopf hat und wie er diese mithilfe seiner Stimme wiedergibt.
Auch in diesem Jahr erscheinen im „Literaturtreff“ interessante Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen. Zusätzlich gibt es noch Informationen über die Autoren und ihre Bücher. Woche für Woche wird die Zeitschrift im Heft- und handlichen A4-Format an ihre Abonnentinnen und Abonnenten geschickt.
Vielleicht hat der eine oder andere es schon gehört oder gelesen. Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) heißt jetzt Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen). Lesen vermittelt Wissen, öffnet Türen zu verborgenen Welten, hilft Empathie zu entwickeln und komplexe Zusammenhänge zu begreifen. Seit seiner Gründung im Jahr 1894 ermöglicht unser Haus mit Büchern, Zeitschriften und anderen Medien barrierefreies Lesen und stillt damit Wissensdurst und Bücherhunger.
Sind Sie geburtsblind oder späterblindet?
Dokumentarfilme über gesellschaftlich relevante Themen, wie zum Beispiel Ökologie, Klimaschutz und Demokratie sorgen in der Öffentlichkeit für engagierte Debatten. Das Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK) lässt seit einigen Jahren auch blinde und sehbehinderte Menschen daran teilhaben. Das Angebot an barrierefreien Hörfilmen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Ein Beitrag von Gabi Schulze.
Anke Nordmann zieht einen wuchtigen Ordner aus dem Regal und blättert darin. „Der Deutschlandatlas von 1995 bestand aus einfarbigen Reliefkarten ohne ein Koordinatensystem“, sagt sie. „So einen Atlas können sich sehende, blinde und sehbehinderte Menschen nicht gemeinsam anschauen. Und ohne Koordinaten muss man sich alles merken, was ertastet wird. Da ist der neue Deutschlandatlas mit seinen transparenten Reliefs und den darunter liegenden farbigen Karten das ganze Gegenteil und handlicher noch dazu.“
Anke Nordmann ist Kartografin und arbeitet im dzb lesen als Relieftechnikerin. Als sie 1999 im dzb lesen (früher DZB) anfing, wurden die Pappen für die Matrizen (Vorlagen zur Vervielfältigung) noch von Hand geschnitten. Damals begann man gerade, den Europa-Atlas zu konzipieren. Sie traf sich in Gotha mit den Kartografen des Verlages, um erste Absprachen zu treffen. In Leipzig hat sie die Zeichnungen kontrolliert und alles das reduziert, was zu viel auf der Karte war.
Heute, beim neuen Deutschlandatlas, übernimmt sie die Kartografie der Karten selbst. Aber, was heißt das? Auf der Grundlage der Karten des Haack-Atlas und mithilfe einer Grafik-Design-Software erstellt sie neue generalisierte geografische Karten am Computer. Bei einer Generalisierung werden die Karteninhalte maßstabgetreu reduziert. Das ist notwendig, weil die haptische Wahrnehmung eine ganz andere als die visuelle ist und mit dem Finger viel weniger erfassbar ist als mit dem Auge.
Die Kartografin schließt unwichtige Informationen von der Darstellung aus und schafft Platz für wichtige. Sie entscheidet, welche geografischen Inhalte auf die Karten kommen. Regel Nummer 1: Die taktilen und die farbigen Karten müssen trotz ihrer Informationsdichte sowohl mit dem Finger als auch mit dem Auge gut lesbar und verständlich sein. Die Auswahl erfolgt vor allem nach der Größe der darzustellenden Objekte, wie z. B. der Städte nach Einwohnerzahl, der Flüsse, Seen, Meere, Inseln und Gebirge. Dabei sichtet die Kartografin bestehendes Kartenmaterial, recherchiert in Lexika und Statistiken.
Und wie werden nun Städte, Grenzen, Seen und Berge dargestellt? Anke Nordmann geht an ihren Rechner, ruft ihre Grafik-Software auf und zeigt, wie beispielsweise Staatsgrenzen mit roter Linie, innerstaatliche Grenzen mit gepunkteter Linie, Städte als unterschiedlich große Punkte, Berge als Dreiecke, Kanäle mit kammförmiger Linie usw. digitalisiert werden. Sogar die Höhenschichten vom Flachland bis in die Gebirge kann sie wiedergeben. Hier ist äußerst genaues Arbeiten sehr wichtig.
Für Sehende und Sehbehinderte sind die Karten sicher gut lesbar. Aber für blinde Menschen? Die Kartografin holt die geografische Karte des Bundeslandes Sachsen hervor und zeigt ein transparentes Relief. Sie fährt mit ihren Fingern über die unterschiedlichen Schichten und weist auf die dreieckigen Symbole und die unterschiedlich großen Punkte hin. „Die taktilen Symbole und Linien müssen sich gut voneinander unterscheiden. Sie sind in der Legende erklärt. Das ist für die bessere Lesbarkeit erforderlich“, erläutert sie. Auch gäbe es eindeutige Regeln für die Brailleschrift und deren Tastabstände zu Symbolen. Dann macht Anke Nordmann auf das Koordinatensystem am waagerechten und senkrechten Rand der taktilen Karten aufmerksam. „Mithilfe der Koordinaten und einem Register sind die Namen von Stadt, Fluss und Co. relativ schnell auffindbar“, erklärt sie. „Aus Platzmangel können sie auf der taktilen Karte nicht in Brailleschrift ausgeschrieben werden. Die Abkürzungen werden aber im Register aufgeschlüsselt.“
Das Generalisieren der Karten ist der erste Arbeitsschritt bei der Herstellung von Atlanten, viele andere folgen. So werden auf dieser Grundlage Matrizen gebaut und Reliefs tiefgezogen. Eine sehr arbeits- und zeitintensive Produktion. Doch der Arbeitsaufwand lohnt sich auch in Zeiten digitaler Navigation. Taktile Atlanten werden vor allem von Schulen bestellt und im Unterricht eingesetzt. Und wer Geografie als Kind schon cool fand, der wird auch später die Freude am taktilen Erkunden von geografischen Karten nicht verlieren.
So geht es auch Anke Nordmann, die ihre Liebe zur Kartografie in die Reliefs einfließen lässt. Bei ihrer Arbeit reist sie in Gedanken durch Stadt und Land und kennt dabei keine Grenzen.
Um Übersichtlichkeit und Platz zu schaffen, besteht der Deutschlandatlas aus einer Gesamtkarte mit allen Bundesländern und zusätzlichen Karten für jedes Bundesland. Diese sind auch einzeln zu kaufen. Wir bieten den Atlas kombiniert (transparentes Relief und farbige Karte), im Relief oder nur als farbige Karte im Großdruck an.
Zudem gibt es bei uns einen Deutschlandatlas für Einsteiger, d. h. für Schüler und Menschen, die wenig Erfahrung mit taktilen Karten haben. Hier wurden die Karten auf wesentliche geografische Angaben noch mehr reduziert.
Weitere Informationen und Preise: www.dzblesen.de (Verkauf/Reliefs/Geografische Karten)
Bestellungen unter: 0341 7113119 und
verkauf@dzblesen.de
Bücher von Hand hergestellt – gibt’s das noch? Aber sicher. Im dzb lesen geht es gar nicht anders. Buchbinderinnen, die das Handwerk von der Pike auf gelernt haben, fertigen Braillebücher und viele andere Produkte in kleinen Auflagen an.
Seit fast zwei Jahren arbeitet Florian Eib als Audiodeskriptionssprecher für Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball und Handball beim ZDF. So hörte man ihn erst kürzlich bei der Handball-WM im spannenden Hauptrundenspiel gegen Kroatien. Aber auch den Bundesliga-Spielen des Blindenfußballs gab er seine Stimme und schilderte unter anderem begeistert die Toraktion von Serdal Celebi, die später von der Sportschau zum Tor des Monats gekürt wurde. Gabi Schulze stellt den ambitionierten Sportjournalisten und Mediensprecher vor.
Im Zentrum für barrierefreies Lesen wurden im vergangenen Jahr neben Zeitschriften und Auftragswerken rund 260 Bücher in Brailleschrift übertragen. Arite Stosch-Ball ist eine von 20 Mitarbeiter*innen der Abteilung Blindenschriftherstellung. Sie überträgt das Kundenmagazin „in puncto dzb lesen“ in Brailleschrift.
Nun gehört das Louis-Braille-Festival schon wieder der Vergangenheit an. Drei erlebnisreiche Tage waren ein Fest der Begegnung, des Zusammenseins und der Freude. Rund 3.000 blinde und sehbehinderte Gäste kamen in die Messestadt und ca. 150 Künstlerinnen und Künstler agierten auf der Bühne vor allem in und vor der Kongresshalle am Zoo und auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Die vielen Helferinnen und Helfer des Begleitservices, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DZB und des DBSV sorgten dafür, dass sich die Gäste wohlfühlten und sie problemlos zu den gewünschten Veranstaltungen kamen.