Buchtipp: „Tasso im Irrenhaus“ von Ingo Schulze

Kennen Sie das Gemälde „Tasso im Irrenhaus“ von Eugène Delacroix? Um dieses Kunstwerk geht es in einem der drei Texte im gleichnamigen Erzählband von Ingo Schulze. Der Ich-Erzähler hat vor diesem Gemälde ein aufdringliches Gespräch mit einem Schweizer Verleger, der allwissend über die Kunst des Malers referiert. In der Erzählung „Das Deutschlandgerät“ schreibt der Erzähler statt eines Katalogtextes über den Konzeptkünstler Reinhard Mucha einen Brief an eine Museumsdirektorin. Dieser handelt von einem Schriftsteller-Dissidenten, der dem Erzähler die Installation Reinhard Muchas erläutert hat. In „Die Vorlesung“ möchte der Erzähler den sterbenskranken Maler Johannes Grützke interviewen. Doch dazu kommt es nicht, weil auch Freunde im Hospiz anwesend sind. Diese führen eine Diskussion, was Kunst alles kann, was Wahrheit in der Kunst ist und welches Verhältnis es zwischen Kunst, Literatur und Leben gibt. Weiterlesen …

Bücher lesen? Was können wir tun?

Vor zwei Jahren, als ein Virus namens Corona Europa erreichte und sowohl unser soziales als auch gesellschaftliches Leben lahmlegte, glaubte ich nicht daran, dass es noch etwas Schlimmeres geben könnte. Meine Angst vor dem Corona-Virus weicht nun der Angst vor einem dritten Weltkrieg. Weiterlesen …

Buchtipp: „Permanent record“ von Edward Snowden

Haben Sie manchmal, wenn Sie Ihr Handy benutzen, das Gefühl, es hört jemand permanent mit? Spätestens seit den Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden wissen wir von der weltweiten Überwachungstätigkeit der amerikanischen Geheimdienste. Aber was ist Edward Snowden für ein Mensch, der den Mut hatte, diesen unfassbaren Skandal aufzudecken? In seiner Autobiografie erzählt der Whistleblower von seiner Kindheit und seinen frühen Computer-Kenntnissen, dass er ursprünglich seinem Land dienen wollte, und wie er vom Geheimagenten der CIA und NSA zum Bekämpfer der Geheimdienste und seiner Überwachungspraktiken wurde. Er beschreibt, wie er zu dem Entschluss kam, riesige Datenmengen der US- Geheimdienste außer Landes zu schmuggeln. Man erfährt von seiner Flucht nach Hongkong und wie er sein Material Journalisten zur Verfügung stellte. Weiterlesen …

Buchtipp: „München“ von Robert Harris

Es sind genau vier Tage im September 1938, die Robert Harris in seinem Roman „München“ beschreibt. Vier Tage, in denen der Weltfrieden am seidenen Faden hängt. Hugh Legat, der Privatsekretär Chamberlains, begleitet den britischen Premierminister nach München, der sich mit Hitler, Mussolini und Daladier zu einer kurzfristig einberufenen Konferenz trifft. Chamberlain will unter allen Umständen einen Krieg in Europa verhindern. In München begegnet Legat seinem ehemaligen Studienfreund Paul von Hartmann, der Diplomat im deutschen Außenministerium ist und bei der Konferenz als Dolmetscher fungiert. Insgeheim arbeitet er im Widerstand gegen Hitler. Hartmann weiß, dass Hitler den Krieg will, und versucht, den Briten Beweise dafür zu liefern. Weiterlesen …

Milestone 312 Ace

Ein Beitrag von Susanne Siems

Er ist ein Handschmeichler, und er ist ein echter Meilenstein, macht seinem Namen also alle Ehre. Ich spreche von dem DAISY-Gerät Milestone. Ein Speicherkarten-DAISY-Gerät, das in jede Jackentasche passt. Zudem besitzt es nur 6 Tasten. Seit vielen Jahren besitze ich so ein Gerät der Schweizer Firma Bones und bin glücklich damit. Seit einigen Monaten nun ist das Gerät auch WLAN- und bluetooth-fähig. Darum möchte ich es hier noch einmal vorstellen. Weiterlesen …

Papier, Maschine, Fantasie – mehr braucht man nicht!

Wer seinen Verein „einfach machbar e. V.“ nennt, der assoziiert damit, dass er unkompliziert nach Lösungen sucht, aktiv wird, um kurzerhand Dinge zu verwirklichen. Ein passender Name für einen Verein, der 2017 von blinden und sehenden Menschen in Leipzig gegründet wurde. Heute engagieren sich hier neun Mitglieder aus unterschiedlichen Berufen und eine Reihe externer Helfer. Sie möchten das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung fördern oder überhaupt erst einmal ins Leben rufen. Im Vordergrund stehen dabei Projekte und Workshops an Schulen, in denen vor allem Kinder im gemeinsamen Miteinander die Welt der anderen spielerisch entdecken. Mithilfe von gebastelten fühlbaren Bildern erkunden sie ihr Umfeld mit anderen Sinnen und lernen, was Anders sein bedeutet und was jeden Menschen so besonders macht. Weiterlesen …

Katja Oskamp über Fußpflege und ihr Buch „Marzahn, mon amour“

Im Frühsommer erschien Katja Oskamps Geschichtenband „Marzahn, mon amour“ im dzb lesen (Voll- und Kurzschrift, Großdruck). Darin erzählt die Autorin Geschichten einer Fußpflegerin, die in Berlin-Marzahn, dem größten Plattenbaugebiet der ehemaligen DDR, arbeitet und hier meist Rentnern, Alteingesessenen und in die Jahre Gekommenen begegnet. Das Leben in der einstigen DDR hat diese geprägt und die Wende aus der Bahn geworfen. Katja Oskamp schenkt deren Lebensläufen ein Ohr und macht sie für die Öffentlichkeit sichtbar. Es sind zum Teil witzige, aber auch traurige und ergreifende Porträts – immer individuelle Schicksale, die die Autorin mit großer Anteilnahme, Gespür für Komik und vor allem mit viel Wärme und Menschlichkeit zeichnet. Weiterlesen …

Teufel Radio 3sixty geht in die nächste Runde

Ein Beitrag von Katja Löffler (Stiftung Centralbibliothek für Blinde, Hamburg)

Den von Teufel als „Weltempfänger des 21. Jahrhunderts“ angepriesenen Radiowecker habe ich an dieser Stelle bereits vorgestellt. Damals konnte ich dem Multitalent leider keine uneingeschränkte Barrierefreiheit bescheinigen. Seit Ende 2020 gibt es nun eine überarbeitete Version. Was hat sich verändert und ist die Neuauflage zugänglicher geworden?

Was kann das Teufel Radio 3sixty

Das 3sixty wird vor allem als kompakter und klangstarker Digitalradiowecker beworben. Doch das Gerät bietet noch viel mehr: Empfang von Radiosendern über DAB+, UKW und Internet, Abspielen von Musik auf dem Smartphone per Bluetooth sowie Anschluss von CD-Playern und anderen Geräten an den Aux-Eingang per 3,5-Klinke-Stecker. Ein USB-Anschluss, der auch Geräte aufladen kann, ermöglicht das Abspielen von Dateien auf USB-Sticks. Neu: Neben dem Musikstreaming-Dienst Spotify unterstützt das 3sixty jetzt auch Amazon Music.

Aussehen und Haptik Weiterlesen …

Mit LEGO Steinen die Brailleschrift entdecken

LEGO Braillesteine (oben Brailleschrift als Noppen, unten Schwarzschrift) auf Grundplatte. Es sind die Wörter dzb lesen gelegt.
Bunte LEGO Braillesteine

Spielend die Brailleschrift lernen – das können blinde und sehbehinderte Kinder mit Hilfe der von der LEGO Stiftung entwickelten Braille-Steine. Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen) ist Partner der LEGO Stiftung. Seit Sommer 2020 verteilt das dzb lesen die von der Stiftung bereitgestellten LEGO Braille-Sets kostenlos über ausgewählte Einrichtungen, Förderzentren, Blinden- und Sehbehinderten-Schulen an blinde und sehbehinderte Kinder. Zudem unterstützt es die LEGO Stiftung bei der Vermittlung des pädagogischen Konzepts. Weiterlesen …